Abstecher

Bethel

Friedrich von Bodelschwingh (1831-1910) übernahm 1890 den Vorstand der "Evangelischen Mission für Deutsch-Ostafrika", die 1906 zur Bethel-Mission wurde. 1893 gründete er den "Evangelischen Afrikaverein" zur "sittlichen und sozialen Entwicklung Afrikas", der durch die Einrichtung der Sklavenfreistätte Lutindi in Deutsch-Ostafrika einen Beitrag zur Arbeitserziehung und "Zivilisierung" Afrikas leisten wollte. Lutindi wurde 1904 zur "Kolonialirrenanstalt" - zum "Klein-Bethel-Ostafrikas". Auch heute noch ist das Lutindi Mental Hospital noch eine Einrichtung der von Bodelschwinghschen Stiftungen.

Die Bethel-Mission entsandte viele Diakone und Missionare in die Welt - darunter auch Bielefelder Bürgerinnen und Bürger.

Foto: Bielefeld postkolonial

Auf dem Zionsfriedhof in Bethel sind noch die Gräber zweier afrikanischer Kinder zu sehen, die ein Missionar 1891 mit nach Bethel brachte. Die Kinder verstarben wenige Jahre später an Schwindsucht.

 

Zum Weiterlesen:

Durch die Missionsgeschichte Bethels führt der Rundgang Bethel historisch - Mission: Von Bethel nach Afrika

Tiletschke, Frigga: "Aus Sklavenketten in Christi Joch". Kolonialherrschaft und der Evangelische Afrika-Verein, Bethel, 1893-1955, in: 91. Jahresbericht des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, Bielefeld 2006, S. 161-200.

Tiletschke, Frigga: "Glückliche Kinder, die der Herr schon so früh aus dem Heidentum herausgeführt hat." - Eine Bielefelder Diakonenfrau in Ostafrika, in: Ravensberger Blätter, Organ des Historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg e.V., Bielefeld 2011, 2. Heft, S. 32-39.

 

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