Globales Lernen und die TeilnehmerInnen

Reis (Foto: Welthaus Bielefeld)
TeilnehmerInnen der Stadterkundung Curry und Basmati (Foto: Welthaus Bielefeld)

In der globalisierten Welt wird es immer schwieriger Prozesse nachzuvollziehen, die auch zur Veränderung der eigenen Lebensverhältnisse führen. Der Zusammenhang zwischen unseren Lebensstilen und denen von Menschen, die tausende Kilometer entfern leben, sind komplex. In dem Projekt "Stadterkundungen in Bielefeld: Die Eine Welt vor unserer Haustür. Globale Spuren suchen" entwickeln wir mit den TeilnehmerInnen Wege und Möglichkeiten, am Beispiel der Textil- und Gewürzverarbeitung die eigene Stadt zu erkunden und aktiv das eigene Konsum- und Lebensumfeld zu gestalten. Gleichzeitig bieten wir den TeilnehmerInnen an, sich mit den Zusammenhängen der Globalisierung und den Lebensbedingungen in den Ländern des Südens auseinander zu setzen und Handlungsalternativen zu diskutieren und zu entwickeln.

Inhaltlich haben wir uns für die Themen "Textilien" und "Curry und Basmati" entschieden. Diese Produkte wurden und werden in der ganzen Welt hergestellt/ angebaut, haben jedoch historisch auch einen ganz konkreten Bezug zu unserer Stadt – Bielefeld. Zudem sind es Produkte die jede und jeder kennt und zu denen er/ sie einen Bezug hat. Die lokal-globale Verknüpfung liegt auf der Hand.

Warum Stadt-ERKUNDUNG?

Die Konzepte und Materialien, die wir zu den Stadterkundungen entwickelt haben, entsprechen insbesondere dem pädagogischen Ansatz "Globales Lernen". Globales Lernen meint ein ganzheitlich orientiertes Lernen. Die Wahrnehmung globaler Beziehungen und Verflechtungen wird gefördert und die eigene Position, das eigene Tun, in diesem Zusammenhang reflektiert.
Projekte, die die Kompetenzen in Richtung vernetztes Denken, Teamfähigkeit, Kommunikation und solidarisches Handeln sowie Kritikfähigkeit und engagiertes Handeln unterstützen, erfordern Methoden, die diesem Ansatz entsprechen.
Mit den Bildungsmaterialien zu den Stadterkundungen aktivieren wir die TeilnehmerInnen dazu, an eigene Lebenswelten anzuknüpfen und sich mit den eigenen Wertmaßstäben kritisch auseinander zu setzen.
Das Fördern eigenverantwortlichen und handlungsorientierten Lernens ist uns sehr wichtig: das Arbeiten in Kleingruppen, das Präsentieren der Gruppenergebnisse, das Argumentieren und die Diskussion.
Die Materialien, die wir während der Stadterkundungen benötigen, nehmen wir in unseren Glokal-Rucksäcken mit.
Die Auswertungen mit den TeilnehmerInnen nach jeder Stadterkundung, waren sehr hilfreich in Bezug auf die kontinuierliche Überarbeitung der Materialien.

Gruppe vor Schaukästen mit Aussteuerware (Foto: Welthaus Bielefeld, Copyright Historisches Museum Bielefeld)
Teilnehmerinnen mit Rollenspiel "Gewürze" (Foto: Welthaus Bielefeld)
Gruppe im Asialaden "Dies+Das" (Foto: Welthaus Bielefeld)
Teilnehmer und "Fair Memory" (Foto: Welthaus Bielefeld)

Curry und Basmati – eine globale Begegnung

Für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 12 Jahren (Klasse 3 bis 6)
Bielefeld hat eine Tradition in der Herstellung von Gewürzen. Noch heute ist der Ostmannturm – als Wahrzeichen dieser Tradition – in der Innenstadt zu sehen – sogar ein Stadtviertel wurde nach ihm benannt. Was hat es damit eigentlich auf sich?
Reis ist weltweit das wichtigste Grundnahrungsmittel. Woher kommt der Reis und wer baut ihn an?
Wir begeben uns auf eine geheimnisvolle Spurensuche und entdecken die Bielefelder Gewürz-Straßen und Reis-Wege! Wir besuchen internationale Lebensmittelgeschäfte und können in Gesprächen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Läden mehr über Curry und Basmati herausfinden. So kommen wir über verschiedene Blickwinkel zu dem Thema Globalisierung ins Gespräch.
Eine weitere Station ist der Laden im Welthaus Bielefeld. Dort dreht sich alles um den Fairen Handel mit Curry und Basmati-Reis.
Nach der Erkundung der (Bielefelder) Reis- und Gewürzgeheimnisse lassen wir uns selbst gekochten Reis schmecken.

Fair gehandelte Gewürze im Laden im Welthaus (Foto: Welthaus Bielefeld)
Der Ostmannturm (Foto: Welthaus Bielefeld)

Textilien schreiben Geschichte(n) – weltweit

Für Jugendliche ab 13 Jahren (Klasse 7) und Erwachsene
Bielefeld – die Leineweberstadt! Die Textilherstellung in Bielefeld hat ihre Spuren hinterlassen. Diese erkunden wir und stoßen auf die Geschichten früherer Textilarbeiterinnen in Bielefeld. Von der Ravensberger Spinnerei aus, über das Historische Museum und das Museum Wäschefabrik, gehen wir zum Leineweber und landen anschließend in "unserer" Zeit. Was hat die frühere Textilproduktion noch mit der heutigen zu tun? Auch Näherinnen von heute, aus den Ländern des Südens, berichten uns ihre Geschichte(n). Anhand von (Alltags-) Gegenständen, wie z.B. dem T-Shirt, werden Zusammenhänge der internationalen Arbeitsteilung und Verflechtungen mit unseren Lebensstilen und Konsumgewohnheiten deutlich.
Wie kann die Textilproduktion gerechter gestaltet werden und was kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen? Diese Fragen werden in Kleingruppen besprochen.

TeilnehmerInnen im Historischen Museum (Foto: Welthaus Bielefeld, Copyright Hist. Museum)
Teilnehmer mit Weltkarte in der Innenstadt (Foto: Welthaus Bielefeld)
Teilnehmer mit Weltkarte in der Innenstadt (Foto: Welthaus Bielefeld)

Veranstaltungen

Weltnacht Festival Bielefeld 2006